Familie Bayer


1. Familie Gussenhoven

Grabkreuz von Anna Gussenhoven geborene Leuchem an der katholischen Pfarrkirche St. Michael, Dormagen. Sie verstarb 1720 in Rheinfeld

Halbwinner auf dem Rheinfelder Hof in Dormagen-Rheinfeld war im Ende des 17. Jahrhunderts Heinrich Gussenhoven. In erster Ehe war dieser Halfe mit Anna geborene Schifbahn seit 1676 verheiratet. Aus dieser Beziehung ging der Sohn Johann Adam (1677 - 1748) hervor, der später den Dohmhof im heutigen Köln-Bocklemünd pachtete. Der Vater Heinrich Gussenhoven, inzwischen Witwer, schloss eine zweite Ehe mit Anna Leuchem. Aus dieser zweiten Beziehung gingen mindestens sechs Kinder hervor. Heinrich Gussenhoven verstarb im Jahre 1717 und seine zweite Ehefrau folgte ihm 1720. 



 



2. Ein altes Norfer Grabkreuz berichtet

Im Laufe der Zeit lassen nicht nur die Erinnerungen an die lieben Altvordern nach, sondern auch ihre letzte Ruhestätte lässt sich nicht mehr auffinden. Um so erfreulicher ist es dann, wenn man von einem Vorfahren auf einem Grabstein zumindest sein Todesdatum findet, während sonst keine Daten im Kirchenbuch herauszufinden sind. Der Urgroßvater meiner Vorfahrin Anna Catharina Bayer geborene Coenen, hieß Quirin Cönen oder Conen. Er war der Sohn der Eheleute Martin und Gertrud Cönen geborene Baden und bewirtschaftete als Halbwinner den Norfer Hof in Neuss-Norf. Am 20. November 1722 heiratete er Caecilia Classen vom Gut Hasselrath. Über sein Ableben gibt die Inschrift seines Grabkreuzes genaue Auskunft:

"IHS ANNO 1746 DEN 10 AUGUST STARB DER VEILL EHRSAME QUIRINUS CONEN HALBWINNER AUFF DEN NORFFER HOFF G T D S"



Neuss-Norf, Grabkreuz Quirinus Cönen

3. Der Ursprung der Familie Meisen in Rommerskirchen

Die Dormagener Familie Meisen stammt von Johann Meisen ab, der am 1 Juli 1712 in Sinsteden bei Rommerskirchen geboren und anschließend in der katholischen Pfarrkirche St. Peter in Rommerskirchen getauft wurde. Seine Taufzeugen waren Joannes Bersch und Catharina Hintzen. Am 15. September 1735 vermählte er sich mit Elisabeth Blatzheim aus Merzenich-Girbelsrath. Als Trauzeugen fungierten Heinrich Spix, Adam Spix und Elisabeth N. Elisabeth geborene Blatzheim wurde ca. 1712 in Girbelsrath als Tochter der Eheleute Wilhelm Blatzheim und Margaretha geborene Krott geboren. 

Der Sohn Urban Meisen zog von Sinsteden nach Dormagen. Dort heiratete er in der katholischen Pfarrkirche St. Michael im Jahre 1765 Anna Margarethe Gussenhoven aus Dormagen. Ihre Eltern waren der Ackerer Adam Gussenhoven und Anna Clara geborene Fix. Anna Clara Gussenhoven geborene Fix war übrigens eine direkte Nachfahrin einer Schwester des Kölner Chronisten Hermann von Weinsberg.

In der nächsten Generation schloss im Jahre 1790 der Sohn Johann Meisen im Neusser Quirinus-Münster den Ehebund mit Anna Barbara Rottels aus Büttgen. Trauzeugen waren Johann Peter Rottels aus Neuss und Caspar Meisen aus Dormagen. Das Neusser Wohnhaus des Kaufmanns Johann Peter Rottels dient heute als Schützenmuseum.

Schließlich folgten in der folgenden Generation die Eltern des Rheinfelder Ackerers Wilhelm Meisen, der Land- und Gastwirt Heinrich Meisen und seine Ehefrau Clara Meuser, die sich im Jahre 1822 vor dem Standesamt in Dormagen trauen ließen. Der Vater der Braut, Heinrich Meuser stammte aus Reusrath und war selbständiger Bäcker in Dormagen. Er wusste schon damals Feste zu organisieren. Als am 11. Oktober 1795 eigentlich die Kirmes in Dormagen beginnen sollte, da kam zunächst keine richtige Stimmung auf. Doch Meuser und sein Kollege Adolph Schmitz organisierten Musiker und ließen Wein einschenken und schon erfolgte ein Zustrom der Menschen. 

 

Quellen: Katholische Kirchenbücher Dormagen, Merzenich, Neuss, Reusrath und Rommerskirchen

Hermann Cardauns, Reiner Müller (Hg.), Die Rheinische Dorfchornik des - Joan Peter Delhoven aus Dormagen (1783 - 1823), S. 124

 

3. Von Delhoven nach Rheinfeld

Mein Altvater Bernhard Bayer. Quellennachweis: 100 Jahre Zuckerfabrik Dormagen 1864 - 1964, Köln 1964, S. 42

Wenige Jahre nachdem in Frankreich die Revolution ausgebrochen war, zogen die Geschwister Maria Catharina und Anton Bayer von Dormagen-Delhoven nach Dormagen-Rheinfeld. Anton Bayer war am 20. Januar 1775 in Delhoven als Sohn der Tagelöhner- und Eheleute Johann Bayer und Christina Gods geboren worden. Einen Tag später wurde er in der katholischen Pfarrei St. Katharina in Hackenbroich getauft. Taufpaten waren Antonius Brauns und Margaretha Gods. Am Sonntag, den 18. Pluviôse X erfolgte die standesamtliche und am Sonntag, den 14. Februar 1802 folgte die kirchliche Heirat zwischen Anton Bayer und Anna Maria Schwieger aus Rheinfeld. In der Chronik des Joan Peter Delhoven wurde der Vater der Braut, Adolph Schwieger aufgeführt. Am 15. März 1784 stürzte in Rheinfeld infolge des schlimmsten Rheinhochwassers mit über 13 Metern Höhe nach Kölner Pegel sein altes Haus ein. Die Eheleute Anton Bayer und Anna Maria geborene Schwieger hatten insgesamt fünf Kinder. Ihr Sohn Anton heiratete 1835 Anna Catharina Könen. Sie war als Magd in Horrem tätig und stammte gebürtig aus Ückerath. Ihre Eltern waren Quirin Könen und Margaretha geborene Kollenbroich.

 

Quelle: Katholische Kirchenbücher, St. Katharina Hackenbroich und Standesamtsregister Dormagen 

Hermman Cardauns Reiner Müller (Hg.), Die Rheinischer Dorfchronik des Joan Peter Delhoven aus Dormagen (1783 - 1823) S. 20
 

4. Geschwister Bayer in Dormagen-Rheinfeld

Bürgermeister Peter Krisinger und seine Ehefrau Josephine geborene Bayer. Quellennachweis: Bürgermeister in Dormagen von Heinz Pankalla in Historisches Jahrbuch der Stadt Dormagen, S. 123

Anton und Anna Catharina Bayer waren die Eltern von 10 Kindern. Ihr ältester Sohn Heinrich heiratete Henrietta Hüsgen, die Besitzerin des Weidenpescher Hofes in Rheinfeld. Ihre Tochter Josephine Bayer - sie war eine Cousine meiner Urgroßmutter Anna Maria Mux geborene Bayer - schloss im Jahre 1900 den Ehebund mit dem späteren Dormagener Bürgermeister Peter Krisinger. Durch ein tragisches Schicksal verstarben Peter Krisinger, seine Frau Josephine und ihre drei Kinder Henriette, Christina und Wilhelm zwischen 1923 und 1926. Anton und Anna Catharina Bayers zweiter Sohn - mit dem Vornamen  Bernhard - wurde im Revolutionsjahr 1848 geboren. Bereits 1864 war er für die neugegründete Zuckerfabrik in Dormagen tätig. So fuhr er Füllmasse von der Zuckerfabrik Dormagen nach einem Kölner Werk  mit einem von vier Ochsen gezogenen Kübelwagen. 1872 heiratete der spätere Landwirt Bernhard Bayer Clara geborene Meisen aus Rheinfeld. Sie war die Tochter der Eheleute Ackerer Wilhelm Meisen und Anna Catharina geborene Elsen aus Rheinfeld. Insgesamt 15 Kinder hatten Bernhard und Clara Bayer. Meine Urgroßmutter Anna Maria Mux, geborene Bayer wurde 1876 als fünftes Kind geboren und verstarb 1949. Ihr jüngster Bruder Gerhard Bayer war 1932 Schützenkönig des Bürgerschützenvereins Dormagen gewesen. 


 

Quelle: 100 Jahre Zuckerfabrik Dormagen 1864 - 1964, Köln, 1964, S. 41