Familie Krane

1. Von Hexen und Zauberern

Zu den Vorfahren meiner Urgroßmutter Elisabeth Soerries geborene Krane gehören auch das Ehepaar Theodor Eickhoff und Anna geborene Eickmann. Sie vermählten sich im Jahre 1694 in Hoinkhausen. Laut dem Traubuch der katholischen Pfarrei St. Pankratius in Hoinkhausen, stammte Theodor Eickhoff gt. Winterberg aus Meiste, das damals Miste bezeichnet wurde. Im 17. Jahrhundert gab es in Meiste mehrere Höfe auf denen Angehörige der Familie Eickhoff  waren und unter dem damaligen Zeitgeist schwer zu leiden hatten. Conrad Eickhoff - ein Bruder von Theodor Eickhoff meldete sich 1674 zu den kaiserlichen Truppen, da er mit einem großen Teil der Bevölkerung Meistes und auch mit dem katholischen Pfarrer zerstritten war. Der Grund bestand darin, dass sein Vater Borchard Eickhoff 1660 in Rüthen als Zauberer hingerichtet worden war. Um Conrads Frau Barbara geborene Busch und seine Kinder kümmerte sich sein Onkel Daniel Eickhoff vom Hof "Jost". Die Eltern des Borchard und des Daniel Eickhoff bzw. die Großeltern von Theodor und Conrad Eickhoff waren Johann Eickhoff und dessen Frau Enneke. Enneke Eickhoff wurde 1655 in Rüthen als Hexe hingerichtet. Vier Jahre später ereilte ihrer Tochter "Grete" - die Ehefrau von Christoph Prange und Tante von Theodor Eickhoff gt. Winterberg - das gleiche Schicksal. Zunächst wurde sie durch ein Schwert getötet und anschließend "dem Feuer übergeben."

 

Quellen: Meiste und Kneblinghausen, Rüthen 2001

Seibertz, Urkundenbuch zur Landes- und Rechtsgeschichte des Herzogthums Westfalen  S. 388


 

2. Familie Krane von Wiedenbrück nach Rüthen-Westereiden

Carl Heinrich Wilhelm Krane erblickte im Jahre 1777 in Wiedenbrück - heute Rheda-Wiedenbrück erstmals das Licht der Welt. Er war das neunte von insgesamt zehn Kindern. Als erster Krane in Westereiden vermählte sich der ehemalige Soldat und Schäfer Carl Heinrich Wilhelm Krane im Jahre 1811 in der katholischen Pfarrei St. Pankratius in Hoinkhausen mit Angela Hanemann. Seine Braut stammte gebürtig vom Hof Wienecke aus Westereiden. Ihre Vorfahren waren schon seit Jahrhunderten als Bauern auf dem landwirtschaftlichen Anwesen Wienecke tätig. Ihre Eltern waren die Landwirtsleute Franz Anton Hanemann gt. Wienecke und Anna Gertrud geborene Belecke. Und ihre Großeltern waren der Bauer Johann Christoph Hanemann gt. Wienecke und Anna Angela geborene Grote. Sie hatten 1745  geheiratet. Nach dem Tode der Großmutter ging Johann Christoph Hanemann übrigens 1765 die Ehe mit Anna Maria geborene Linnemann ein. Die neue Braut war eine Schwester des damaligen Hoinkhausener katholischen Pfarrers Melchior Linnemann. 

Im 18. Jahrhundert war der größte Teil des Sauerlandes Bestandteil des kurkölnischen Herzogtums Westfalen. Westereiden gehörte zur Gografschaft Rüthen. Mit der napoleonischen Herrschaft über Europa änderten sich auch im Sauerland die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Herzogtum Westfalen zunächst ein Bestandteil der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Schließlich kam Westereiden 1815 an das Königreich Preußen und ein Jahr später zum neu gegründeten Landkreis Lippstadt. 

Zurück zur Familie Krane in Westereiden. Den Bauernhof Wienecke übernahm in zweiter Generation Kaspar Anton Krane. Er traute sich im Revolutionsjahr 1848 mit Antoninette Gerling ebenfalls aus Westereiden. Sein Bruder Melchior Krane war viele Jahre als Schäfer in Richrath bei Langenberg im damaligen Kreis Elberfeld tätig.

Als nächste Generation folgte auf dem Hof Wienecke in Westereiden schließlich Anton Krane gt. Wienecke und Elisabeth geborene Dorste. Sie gaben sich 1883 in Rüthen das Jawort. Die junge Braut entstammte ebenfalls von einem Bauernhof aus Westereiden. Ihre Eltern waren der Landwirt Anton Droste gt. Schlüter und Elisabeth geborene Birwe vom Hof Leiwesmeier-Schluiter gewesen. Bei diesem Hof handelt es sich um einen Rietberger Grafen-Colon und er wurde bereits 1697 von Adam und Judita Droste gt. Schluiter bewirtschaftet.   

 

Quelle: Katholische Kirchenbücher der Pfarrei St. Pankratius, Hoinkhausen


 

3. Witwe Elisabeth Krane geborene Droste errichtet Scheune

1924 von Witwe Elisabeth Krane geborene Droste errichtete Scheune

Elisabeth Krane geborene Droste stammte vom Bauernhof Schlüter in Westereiden und heiratete 1883 auf den Hof Wienecke in Westereiden. Sie war das älteste von neun Kindern. Den elterlichen Bauernhof übernahm ihre fast 28 Jahre jüngere Schwester Antonia Thiemeyer geborene Droste. Nach dem Tode ihres Ehemannes leitete Elisabeth Krane geborene Droste die Geschicke auf dem landwirtschaftlichen Betrieb Krane und errichtete 1924 eine neue Scheune mit der Inschrift: "Witwe Anton Krahne Elisabeth geb. Droste 1924."