Familie Kückelheim

1. Die ersten Namensträger: 


1382 wird als Provisor der katholischen Kirche in Rüthen ein Johann Kukelhem erwähnt. 

Quelle: Joseph Bender: Geschichte der Stadt Rüden, eine Darstellung ihrer Einrichtungen, ihrer Gemeinschaftsverhältnisse mit den Landgemeinden, und ihrer Schicksale. Werl 1848


1449 der Stadtschreiber Johann Kukelheim stellte ein Wortgeldverzeichnis auf. 

Quelle: Geschichte der Stadt Rüthen. S. 285


10.10.1557 Kestinck Kükelheim und seine Frau Stine verkaufen Henrich Groeteken uns seiner Frau Grete 1 Scheffelsat Wiese in der Hengebecke an dem obersten halben Morgen an der großen Wiese unter dem Escheberg, die zuvor Johann Greteken besessen hat. (Gereon et Victor)" 

Siegel-Kommentar: Siegel der Stadt Brilon in Resten angehängt.

 

Quelle: LAV NRW W Kloster Brilon - Urkunden Nr. 1, 


 

2. Schützenfest in Nettelstädt 1902

 

Schützenfest ist immer eine große Veranstaltung. Und wenn in "Niedelstuie Schützenfest fuiert wor", dann kamen auch noch Besucher aus Auswärts. Denn das Schützenfest wurde so lustig aufgezogen, das die Auswärtigen sagten: "Buim Niedelstuisken Schützenfest biärstet man bolle für Lachen." So auch 1902, als der Schützenverein in Nettelstädt wieder einmal zur Belustigung des Dorfes antrat. Mit dabei auch Meinolf Kückelheim, eigentlich Schneider und Gastwirt von Beruf, doch im Dorf kannte man ihn als Bauer, Schlächter und da er sehr kräftig war, auch als Dorfpolizist. Im Schützenverein diente Meinolf Kückelheim als Feldwebel und wurde von seinen Kameraden nur der "Olle Christejöhner" gerufen. Auch dabei, sein Schwiegersohn, der "Olle Peutersmann" - im Amtsdeutsch hieß er, Franz Anton Wiedenstridt und war der Dorfschäfer. Kommandeur war der "Schwatten Schausker" Johannes Litz als Oberst. Als sein Fähnrich agierte sein Neffe Anton Litz. Wie in jedem Jahr wurde sich aufgestellt und zum Dorfplatz marschiert. Dort hielt der Kommandeur, auf dem Pferd sitzend, eine große Rede, platt- und hochdeutsch, wie´s halt gerade kam. Anschließend wurde mit der Anröchter Donnerbüchse (Mauser Hinterlader, Modell 71) auf den Vogel geschossen, den dieses Mal der junge Bauer Josef Kückelheim, der Bruder meines Urgroßvaters Karl Kückelheim von der Stange holte. Zu seiner Königin kürte er seine Frau Maria Schulte aus Waldhausen. Das Schützenfest ging nun weiter mit Tanz und anderweitigen Überraschungen. 


 

Quelle: Anton Krane, Die frohen Tage von Nettelstädt, in: Heimatblätter des Patriot, 48. Jahrgang, Lippstadt, 1967, S 42

Der Autor Anton Krane wurde 1892 auf dem Severings Hof in Nettelstädt geboren und war doppelt mit mir verwandt. Väterlicherseits war er ein Vetter meiner Urgroßmutter Elisabeth Soerries geborene Krane. Mütterlicherseits war er ein Cousin zweiten Grades meiner Großmutter Anna Barbara Soerries geborene Kückelheim, deren Großmutter eine geborene Stelte war. 


 

Aus Waisenlämmern werden Flaschenkinder


 

3. Überfall auf Schafherde

 

Schon vor dem Ersten Weltkrieg zogen die westfälischen Schäfer mit ihren Herden im Winter in das westliche Rheinland auf ihre Winterweiden. Das Rheintal war klimatisch günstiger als das bergische Westfalen. Die Schäfer zogen mit ihren Tieren vom Haarstrang aus, an der Ruhr entlang und in Duisburg, Düsseldorf-Oberkassel oder später in Neuss über den Rhein. Dabei mussten die Schäfer nach den veterinärpolizeilichen Bestimmungen vor der Wanderung eine Triebgenehmigung einholen. Außerdem musste in einigen Gemeinden der Durchmarsch der Schafherde angemeldet werden, damit ein Flurschütz oder ein Unterförster die tierische Wandergruppe begleitete. Waren alle Formalitäten abgeschlossen, dann konnte die Wanderung ins Rheinland erfolgen. So war im November 1922 auch der Vetter meines Urgroßvaters Karl Kückelheim, der Schäfer Wilhelm Kükelheim, mit seiner ca. 300 Schafen zählende Herde aus Westfalen nach Gut Haus Vorst bei Frechen gezogen, um dort seine Schafe zu weiden. Am Donnerstag, den 16. November 1922 abends gegen 19:45 Uhr näherten sich ihm und seiner Schafherde plötzlich 13 Männer. Sie forderten von Wilhelm Kükelheim pro Kopf einen Hammel. Es entbrannte eine heiße Diskussion, während dessen einer der Männer in die Herde sprang und dem ein zweiter folgte. Die beiden Männer suchten sechs fette Hammel aus und hoben sie über die Umzäunung, dort wurden die Tiere schon von den anderen in Empfang genommen und an einem Strick befestigt. Dem Schäfer Wilhelm Kükelheim wurde mit Erschießung bedroht, sollte er ein Zeichen von sich geben. Am nächsten Morgen stellte der Verwalter des Gutes Haus Forst fest, dass die Tiere noch auf einem benachbarten Rübenfeld geschlachtet worden waren. 

 

Quelle: Stadtarchiv Frechen 


 

Dreschmaschine, angetrieben von einem Traktor