Familie Niggenaber

1. Drei Gebrüder Ising Pfarrer im Raum Rüthen

Gleich drei Brüder Ising waren in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als katholische Pfarrer im Bereich Rüthen tätig. Zunächst einmal war Joes Friedericus - auch Adrianus genannt - Ising nach seinem Theologie-Studium 1725 zum Priester geweiht worden. Er war anschließend lange Jahre Pfarrer in Altenrüthen. Sein Bruder Wilhelm Ising studierte ab 1725 Theologie in Paderborn. Nach seiner Weihe im Jahre 1732 war er Vikar in Rüthen und schließlich 1734 Pfarrer in Allagen. Georg Levin Joseph Ising wurde 1714 in Mülheim an der Möhne geboren und begann 1732 seine theologischen Studien in Paderborn. Nachdem er zunächst baccalaureus biblicus gewesen war, wurde er 1739 zum Priester geweiht. Später war Georg Levin Josph Ising Pfarrer in Rüthen.  


 

Quelle: Erzbischöfliches Archiv Paderborn

 

2. Gudermann und Ising gründen eine Familie auf Hof Fischer in Kellinghausen 

In Kellinghausen bei Rüthen, im Altkreis Lippstadt tauchte der Name Gudermann mit der Eheschließung zwischen Johann Heinrich Gudermann gt. Fischer aus Effeln und mit Anna Maria Angela Ising im Jahre 1802 erstmals auf. Die neue Ehefrau war Witwe von Caspar Theodor Wichers. Aus dieser ersten Beziehung von Anna Maria Angela geborene Ising gingen acht Kinder hervor. 

Johann Heinrich Gudermann gt. Fischer und Anna Maria geborene Ising waren unter anderem die Eltern von Franz Joseph Gudermann gt. Fischer. Dieser ehelichte am 16. November 1837 in der katholischen Pfarrkirche St. Gervasius und St. Protasius seine Cousine Anna Maria Elisabeth Ising. Für sie war es die zweite Ehe. Ihr erster Ehemann war Christoph Everhard Küke gewesen, mit dem sie einen Sohn -  namens Franz Küke - hatte. 

Bauernhof Niggenaber, Kellinghausen

Aus der neuen Verbindung, also zwischen Franz Joseph Gudermann gt. Fischer und Anna Maria Elisabeth Ising ging die Tochter Elisabeth hervor. 


 

Quellen: Kirchenbücher der  katholischen Pfarrei St. Gervasius und St. Protasius, Altenrüthen

 

3. Gudermann gründen Polizistendynastie   von Lippstadt ausgehend

Lehrerin Berta Gudermann, Lippstadt, 1916

Franz Joseph Gudermann vermählte sich nach dem Tode seiner ersten Frau in zweiter Ehe mit Elisabeth Dauck aus Hemmern. Zu den Nachfahren aus dieser Ehe gehörte auch der spätere sehr exakte Lippstädter  Kriminaloberwachtmeister Franz Gudermann. Er verstarb im Alter von 54 Jahen kurz nach dem Ersten Weltkrieg in Lippstadt. Seine Tochter Bertha Gudermann war als Lehrerin in einer Lippstädter Schule tätig. Aufgrund des sogenannten "Lehrerinnenzöllibats" war sie unverheiratet. Meine Großmutter und ihre Schwester verbrachten zahlreiche Schulferien bei ihr in Lippstadt.  Der Sohn des Kriminaloberwachtmeisters Franz Gudermann, der ebenfalls Franz hieß, meldete sich nach dem Abitur - 18 jährig - 1914 als Freiwilliger für den Kriegsdienst im ersten Weltkrieg. Während des Krieges erlitt er schwere Kopf- und Armverletzungen und kehrte 1918 mit EK 1 und EK 2 dekoriert, als Leutnant aus dem Krieg zurück. 1939 wurde Franz Gudermann reaktiviert und zum Oberleutnant ernannt. Der langjährige Polizist Theodor Gudermann in Erwitte, war übrigens ein Neffe des obigen Kriminaloberwachtmeisters Franz Gudermann.      

 

Quelle Stadtarchiv Lippstadt


4. Niggenaber und Gudermann gründen Familie in Kellinghausen 

Im Jahre 1874 heirateten Clemens Joseph Niggenaber aus Eickhoff und Elisabeth geborene Gudermann in der katholische Pfarrei Altenrüthen, St. Gervasius und St. Protasius. Im gleichen Jahr übergab der Vater Franz Joseph Gudermann dem jungen Ehepaar den Hof Fischer in Kellinghausen, wie aus den Hofakten zu erfahren ist. Über elf Hektar Fläche Ackerland umfasste der Betrieb damals. 

Clemens Joseph und Elisabeth Niggenaber waren die Eltern von sechs Kindern, von denen zwei als Kleinkinder verstarben. 

Von den Kindern Niggenaber übernahm der Sohn Franz Niggenaber 1907 den elterlichen Bauernhof in Kellinghausen, nachdem der Vater blind geworden war. Franz Niggenaber verstarb 1921 im Alter von 41 Jahren an den Folgen einer Blutvergiftung. 

 

Quelle Hofakten Niggenaber/Lues