Familie Soerries 

1. Die ersten Namensträger

1399 Dezember 20

Bürgermeister und Rat zu Werl bekunden, dass der Bürger Tyleke Zoryes mit Zustimmung seiner Frau, seiner Kinder Rutger, Tele, Cunne, Greyte und ihrer beiden Tochter Fye am Werneke Scrodere einen Garten bei dem Bolewerke nächst dem Etegerschen Garten und Hof verkauft habe. Die Verkäufer leisten Verzicht, lassen auf und geloben Währschaft.

Siegelank.: Bürgermeister und Rat der Stadt Werl


Quelle: Bistumsarchiv Münster


2. Der Bauer und das liebe Vieh

Über Jahrhunderte wurden die Viehschatzregister pedantisch geführt, damit der Viehbestand der Bauern auch genau besteuert werden konnte. Auf dem Hof "Sorries zum Blomendahl" finden sich so im Jahre 1770 neun Hornvieh, neun Schweine und 38 Schafe. Drei Jahre später hatte sich der Viehbestand auf dem Sörries-Hof in Werl-Blumenthal schon erheblich vermehrt: 12 Hornvieh, 63 Schafe und 10 Schweine. Schließlich tauchen im Viehschatzregister von 1781 sogar vier Tierarten auf: 4. Pferde, 11. Kühe, 7. Schweine und 66 Schafe. 

In Hewingsen auf dem Hof Menne - von dem meine Vorfahrin Wilhelmina Sörries-Trockels geborene Menne stammt - war 1781 folgender Viehbestand vorhanden: Vier Zugochsen, acht Hornvieh und sechs Schweine. Und auf dem Hof Trockels der später in den Besitz der Familie Sörries-Trockels überging war im Jahr 1781 ein Viehbestand von fünf Zugochsen, zehn Hornvieh, sechs Schafen und zehn Schweinen. 


 

Quelle: Stadtarchiv Arnsberg

 

3. Die Kirchenbänke von St. Pankratius in Möhnesee-Körbecke

Margaretha Söries hatte einen festen Sitzplatz in der katholischen Pfarrkirche St. Pankratius, Körbecke

In Körbecke in der Nähe des Möhnesees befindet sich die Barockkirche St. Pankratius. Ihr romanischer Turm wurde allerdings um 1150 erbaut. Zumindest 1715 wurde die Kirche nach einem Brand neu errichtet. Dank zahlreicher Spender konnte das Gotteshaus rasch wiederhergestellt werden. Für ihre großzügige Spende wurden die Namen der Geldgeber in den Kirchenbänken verzeichnet.  


 

4. Hofkreuz in Kellinghausen

Im Jahre 1913 wurde die Staumauer des Möhnesees eröffnet. Im gleichen Jahre errichteten meine Urgroßeltern Bernhard Soerries und Elisabeth geborene Krane ein Hofkreuz an ihrem Bauernhof in Rüthen-Kellinghausen im heutigen Kreis Soest. Es trägt die Inschrift:" Gekreuzigter Erlöser erbarme dich unser und der armen Seelen im Fegefeuer -- Errichtet von den Eheleuten Bernhard Söerries, Elisabeth Söerries geborene Krane. Kellinghausen 1913." 

1870 hatten die Eltern von Bernhard Soerries, Heinrich Soerries gt. Hahne und Elisabeth geborene Kleine - ihre Mutter gehörte dem Hering-Clan in Westönnen an, zu dem auch der Heldentenor Karl-Josef Hering zählte - den damaligen Bauernhof "Brand gt. Hahne" in Kellinghausen erworben. In den folgenden Jahren übte Heinrich Soerries gt. Hahne einige politische Ämter in Kellinghausen aus: Seit 1871 war er Gemeindeverordneter von Kellinghausen und von Juni 1880 bis März 1890 Gemeindvorsteher der Gemeinde Kellinghausen sowie Mitglied der Amtsverwaltung in Altenrüthen. Von 1890 bis 1898 war er schließlich Gemeindeverordneter in Kellinghausen und danach stellvertretender Gemeindevorsteher. Das Ehepaar Heinrich Soerries gt. Hahne und seine Ehefrau Elisabeth geborene Kleine hatten insgesamt fünf Kinder. Zu den zahlreichen Enkeln gehörte auch Heinrich Schmidt. Er war von 1952 bis 1956 Bürgermeister der Stadt Erwitte. 

Meine Urgroßeltern Bernhard Soerries und Elisabeth geborene Krane

Nach dem Tod der Eltern übernahm Bernhard Soerries mit 25 Jahren den Bauernhof seiner Eltern in Kellinghausen. Bereits zwei Jahre später war er Gemeindeverordneter in Kellinghausen und war sowohl von 1912 bis 1922 als auch von 1929 bis 1932 stellvertretender Gemeindevorsteher. Neben der Landwirtschaft oblag es ihm, die Milchkannen des Ortes Kellinghausen und der umliegenden Dörfer mit einem Pferdegespann einzusammeln. Damals gab es noch keine Milchtankwagen, die die Milch von den Bauernhöfen direkt abholten. Im Jahre 1909 vermählte Bernhard Soerries sich mit Elisabeth Krane vom Hof Wienecke aus Westereiden. Ihr Vater, der Landwirt Anton Krane gt. Wienecke   war ebenfalls politisch aktiv. 1905 war er sowohl Gemeindeverordneter in Westereiden, als auch Mitglied der Amtsvertretung.  
 

Hofkreuz Soerries-Hof in Kellinghausen

Bernhard Soerries und Elisabeth geborene Krane waren die Eltern von insgesamt zehn Kindern. 

Mitten in der Ernte 1914 brach der Erste Weltkrieg aus und Bernhard Soerries wurde zum Kriegsdienst eingezogen. Sowohl in Rußland, als auch in Frankreich wurde er vom Militär eingesetzt. 1918 kehrte er wieder nach Kellinghausen zurück, allerdings vom Krieg auch gezeichnet. Mit 52 Jahren verstarb Bernhard Soerries morgens um 4 Uhr am 14. Oktober 1932 an den Folgen eines Schlaganfalls. 

 

Quelle: Hofakten Soerries-Hahne

Stadtarchiv Rüthen, Diverse Unterlagen


 

5. 1937 schoss mein Großvater im Regen den Vogel in Kellinghausen ab:  

Am Samstag den 10. Juli 1937 startete in Kellinghausen das Schützenfest mit einem kleinen musikalischen Ständchen für die alten Majestäten Johannes Lues und Josepha Bertels. Anschließend wurde der hölzerne Vogel von den Schützen aufgesetzt. Schon am Samstag hatten die Schützen unter der Ungunst des Wetters zu leiden, aber dessen ungeachtet wurde das Schützenfest in Kellinghausen trotzdem nach traditioneller Weise gefeiert. 

So erfolgte am Sonntagnachmittag der Festumzug, der wie auch in den letzten Jahren ein prächtiges Bild abgab. 

Der Zug in Kellinghausen wurde vom damaligen Oberst Horstschäfer und dem Hauptmann Franz Ising und seinem Adjutanten Bernhard Soerries - meinem Großvater - beritten eröffnet. Zunächst wurden die Majestäten abgeholt. Nun marschierte die ganze Gesellschaft zum Festplatz, wo die Schützen trotz des vielen Regens auch schon von den ortsfremden Gästen erwartet wurden. Erst  einige Tagen vorher war auf dem Festplatz das Schützenzelt schon aufgebaut und  festlich geschmückt worden. So besaß der Tisch der Könige einen ganz besonderen herrlichen Blumenschmuck. Alle Gäste wurden vom Festwirt Albert Schillings wie zu jedem Schützenfest in Kellinghausen sehr gut beköstigt. Bis in die späten Nachtstunden feierte die Schützengesellschaft bei lustigem Tanz und bester Stimmung ausgiebig und gemütlich im Zelt.

Am Montag erfolgte traditionell der Kirchgang und anschließend folgte das Vogelschießen. Es entwickelte sich ein ziemlich heißer Kampf um die  

Krone des Kellinghäusener Schützenvereins. Es wurden rund achtzig Schuss abgefeuert, bis mein Großvater Bernhard Soerries die Königswürde errang. Zu seiner Königin wählte er Fräulein Bernhardine Ising. Am Nachmittag  zog der Festumzug unter Voranschritt der Brauert´schen Kapelle durch Kellinghausen und anschließend weiter zum Festplatz. Das neuen Königspaar eröffnete nun im Festzelt den Königstanz, dem sich alle Paare anschlossen. Allmählich entstand am letzten Abend des Schützenfest in Kellinghausen des Jahres 1937 eine recht schöne Feststimmung. 

 

Quelle: Der Patriot 13.07.1937