Militär und Gewaltherrschaft

1. Militärdaten als genealogische Quellen

Recht umfangreiche Angaben zu einer Person können die militärischen Dokumente machen. Bereits die Konskriptionslisten der französischen Armee enthielten nicht nur Familienname, Vorname und Geburtsdatum, sondern auch die Körpergröße der einberufenen Soldaten. Schon damals wurden nach verlustreichen Feldzügen Namenslisten aufgestellt. So wurden beispielsweise 1818 aus sämtlichen preußische Regierungs- und Polizeidokumenten Listen über die im Rheinland und Westfalen in Rußland vermissten Teilnehmer der napoleonischen "Großen Armee" zusammengestellt. 

Nach den napoleonischen Kriegen wurde nach Vorbild der französischen Streitkräften auch in vielen deutschen Staaten - so auch in Preußen - die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Für diesen Zweck wurden von den Militärbehörden ausführliche Musterungslisten geführt. Diese umfassen umfangreiche genealogische Angaben und sind heute in verschiedenen deutschen Archiven untergebracht.

Quelle: Overkott, Franz, In Rußland Vermißte aus Rheinland und Westfalen - nebst angrenzenden Gebieten in Napoleons "Großer Armee" 1812 - 1813, Neustadt an der Aisch, 1963


2. Der internationale Suchdienst in Arolsen

Der internationale Suchdienst (ITS/International Tracing Service) in Bad Arolsen bietet die Möglichkeit Informationen über die nationalsozialistische Verfolgung, Zwangsarbeit und auch über den Holocaust zu erhalten. Mit weit über 30 Millionen Dokumenten hält diese Stelle die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft aufrecht.   


 

3. In stiller Erinnerung

Im folgenden Abschnitt soll an das Schicksal einiger Familienmitglieder, die in den Kriegen des 20. Jahrhunderts starben, erinnert werden. Es ist nicht vorgesehen sämtliche Kriegsopfer der Familie vorzustellen. Herzlichen Dank an die unzähligen Behörden für Ihren großzügigen Beistand. Besonders bedanken möchte ich mich beim Deutschen Roten Kreuz, Suchdienst München und beim Volksbund Deutsche Kriegsgräber e.V.  

 

Heinrich Bayer

Gedenkplatte für Heinrich Bayer, Alter Friedhof, Dormagen

Beruf: Ackerer

07.11.1914 Diensteintritt

10.04.1915 als Ers. Res. der 3. Kp. Res. inf. Regt. 25 erkrankt in das Krgs. Laz. Sedan, 

06.07.1915 verlegt in ein Heimatlazarett, 

29.12.1915 verlegt vom Res. Laz. Landau in das Res. Laz. Dormagen-Augustinus-Krankenhaus, 

05.04.1916 abends 1/2 9 Uhr dort verstorben

 

Quellen: Bescheinigung des Krankenbuchlagers Berlin vom 14. Dezember 1989

Heinz Pankalla (Hrsg.) Der erste Weltkrieg. Berichte aus Dormagener Schulchroniken, Dormagen 1980,S. 44


 

Bruder Ambrosius (Peter Niggenaber)

Bruder Ambrosius, Peter Niggenaber

Beruf: Buchbinder

1926 Eintritt in die Steyler Missionare

08.09.1932 Erstes Gelübde in Steyl Nennt sich seitdem: Bruder Ambrosius 

Könnte in der Mission in China tätig gewesen sein

Einberufungsdatum nicht bekannt

02.07.1941 6./San. Ers Abt. 6

02.02.1942 1./Inf. Reg. 39 gefallen bei Pjasanzewo


 

Quelle: Deutsche Dienststelle (WASt), Berlin 

  

Anton Soerries

gelernter Beruf: Bäcker

Anton Soerries

Ausgeübter Beruf: Verwalter in Willich-Haardt, anschließend Brühl, Daberger Hof

Hobby: Klavier spielen

Sonstiges: Stark Kurzsichtig, Brillenträger 


 

18.03.1940 Kriegsdienst

Vorgesehen als "Fahrer v. Sattel"

27.05.1940 3./le. Art. Ers. Abt. 161

08.12.1941 3./le. Art. Ers. Abt. 161

01.06.1942 1./Artl. Rgt. 57 

05.01.1942 letzte ermittelte Meldung

 

Eine Vermisstenmeldung der Truppe ist nicht eingegangen


 

1950 von seiner Mutter Elisabeth Soerries anlässlich der Kriegsgefangenen- und Vermisstenregistrierung  als Verschollener beim Deutschen Roten Kreuz mit letzter Nachricht vom April 1945 aus Ostpreußen registriert. 

Eine Kriegsgefangenschaft konnte vom Staatlichen Russischen Militärarchiv in Moskau (RGWA) nicht festgestellt werden.
 

Quellen: Bundesarchiv ehemalige Zentralnachweisstelle Aachen-Kornelimünster 

Mitteilung des Deutschen Roten Kreuzes, Suchdienst München

Stadt Brühl, Fachbereich Kultur, Schule, Sport


 

Josef Soerries

Beruf: Unbekannt

Josef Soerries

Januar 1940: 3./Flg. Ausb. Rgt. 23

27.11.1943: 6./Gren. Rgt. 50

Obergefreiter

27.11.1943 Gefallen Südostw. Bol.-Snamenka


 

Nach Mitteilung des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge  e. V. erfolgte vor einigen Jahren eine Umbettung von Josef Soerries auf die Sammelfriedhofsanlage Kirowograd. 

Die Deutsche Dienststelle, Berlin bestätigte diese Angaben. 

Auf dem Sammelfriedhof Kirowograd wurden bereits 14.500 deutsche Soldaten eingebettet. 


 

Quelle: Deutsche Dienststelle (WASt), Berlin

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Kassel